Amal News hat allen Grund zu feiern: Das Medienprojekt gibt es seit zehn Jahren. Die Schwestern Cornelia und Julia Gerlach hatten es 2016 mit zehn JournalistInnen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, in Berlin gegründet. Gleich nach dem Sturz des syrischen Machthabers Bashar al-Assad eröffnete Amal eine Journalistenschule in Damaskus. Medienschaffende aus verschiedenen europäischen Ländern, darunter auch von tuenews INTERNATIONAL, feierten mit Amal die zehnjährige Erfolgsgeschichte.
Amal bedeutet im Arabischen Hoffnung – ein Sinnbild für die Arbeit des Projekts. Die Gründerinnen wollten den neu angekommenen JournalistInnen nicht nur ermöglichen, eine berufliche Zukunft aufzubauen. Ihnen lag auch am Herzen, ihnen zu helfen, „sich in Deutschland zurechtzufinden“, so Julia Gerlach. Ziel des Portals war anfangs, Geflüchtete zuverlässig und verständlich über das Lokalgeschehen in Berlin zu informieren. Zum Beispiel, warum die S-Bahn nicht fährt. 2017 ging Amal News online.
Die Gesellschaft mitgestalten
Das Ziel, gut zu informieren, gilt weiter. Die Zielgruppe erweiterte sich. 2019 gründete das Onlineportal die Lokalredaktion in Hamburg, 2023 die in Frankfurt. Ein zweites Anliegen ist dem inzwischen auf 26 MitarbeiterInnen angewachsenen Team, LeserInnen zu ermuntern, sich einzumischen und die deutsche Gesellschaft mitzugestalten. Ein Beispiel: Wahlen wie zuletzt in Berlin. Da stellte sich auch die Frage: Wie können Menschen, die noch nie vorher gewählt haben, eine politische Orientierung finden?

Ein eigenes KI-Tool entwickelt
Auf der Homepage finden sich neben News über Alltag, Politik und Kultur in Deutschland auch Reportagen, Porträts und Kommentare. In Berlin stellte Amal ein selbst entwickeltes KI-Tool vor. Es hilft dabei, Informationen auszuwerten und Texte zu verfassen. Bevor ein Beitrag online geht, wird er von RedakteurInnen geprüft, redigiert und freigegeben.
News und Reportagen auf vielen Wegen
Die aktuellen MitarbeiterInnen kommen aus Syrien, Palästina, dem Iran, Afghanistan und der Ukraine. News und längere Texte erscheinen auf Arabisch, Dari/Farsi und seit 2022 auf Ukrainisch. Amal hat nicht nur mehrere lokale Webseiten, sondern ist auch auf Facebook und Instagram zu finden. Außerdem veröffentlichen die MitarbeiterInnen Videos und Podcasts auf Streaming-Plattformen wie YouTube und Spotify. Amal gibt eine Reichweite von fünf Millionen pro Monat an.

Journalistenschule in Syrien als Brücke
Schon bald nach dem Sturz al-Assads im Dezember 2024 stellte sich Amal News einer neuen herausfordernden Aufgabe: der Gründung einer Journalistenschule in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Ausdrückliches Ziel dieser Schule ist es, zum Wiederaufbau Syriens beizutragen und den Neuanfang zu unterstützen. Außerdem will das News-Portal mit der Schule auch „eine Brücke zwischen den SyrerInnen in Deutschland und in der alten Heimat bauen“, so Julia Gerlach. Inzwischen wird dort der zweite Jahrgang ausgebildet.
Hoffnung: eine andere Zukunft mitgestalten
Heifaa Atfeh, Arabischlehrerin und Journalistin, war mehrfach Teil des Trainerteams an der Schule. Ihre drei Einsätze in Damaskus weckten in ihr „eine Mischung aus Liebe und Stolz und vor allem Hoffnung“, wie sie schreibt. Sie baut auf die Fähigkeit der Nachwuchsjournalisten, etwas zu verändern – auch „durch das Bewusstsein, die Offenheit und den Wunsch, eine andere Zukunft aufzubauen“.
Weitere Informationen:
Siehe: https://amalnews.de
und https://amalnews.de/ueber-amal/
sowie die Angebote der Redaktionen in den jeweiligen Sprachen auf Facebook und Instagram.
tun26101403

