11. März 2026

Freiwilliges Soziales Jahr in Deutschland

Wer nach der Schule erste Berufserfahrungen sammeln und sich für die Gesellschaft engagieren möchte, kann ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machen. Teilnehmen können junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren. Einsatzstellen sind zum Beispiel Krankenhäuser, Kindergärten, Altenheime oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderung.
Seit dem 1. Juni 2008 ist das Freiwillige Soziale Jahr zusammen mit dem Freiwilligen Ökologischen Jahr im Jugendfreiwilligendienstegesetz geregelt. Ein Freiwilligendienst im FSJ ist kein Arbeitsverhältnis. Die Freiwilligen sind in ihrer rechtlichen Stellung Auszubildenden vergleichbar.
Ein FSJ dauert meist zwölf Monate, kann aber auch zwischen sechs und 18 Monaten liegen. Die Arbeitszeit beträgt in der Regel mindestens 20,5 Stunden pro Woche. Freiwillige erhalten ein Taschengeld von etwa 390 Euro sowie einen Zuschuss für Verpflegung und Fahrtkosten. Außerdem nehmen sie an 25 Bildungstagen teil, die als Seminare stattfinden und zur Arbeitszeit zählen.
Ein FSJ steht grundsätzlich allen offen, unabhängig von Schulabschluss oder Noten. Wichtig sind Motivation, Offenheit und die Lust, anderen Menschen zu helfen. Das FSJ unterstützt die berufliche Orientierung, vermittelt praktische Erfahrung, verbessert persönliche Stärken und bietet die Möglichkeit, Deutsch im Alltag zu lernen. Bei einem zwölfmonatigen Dienst kann das FSJ zudem als praktischer Teil der Fachhochschulreife anerkannt werden.
Zum Freiwilligendienst gehören auch verpflichtende Bildungsseminare, in denen sich Freiwillige austauschen, neue Themen kennenlernen und andere junge Menschen treffen. Ein FSJ ist auch für internationale BewerberInnen möglich. Wer noch unsicher ist, kann vor Beginn des Dienstes einen Hospitationstag in der Einsatzstelle machen, um einen ersten Einblick in den Arbeitsalltag zu bekommen.
Nach § 14c des Bundeszivildienstgesetzes gilt das FSJ als anerkannter Wehrersatzdienst. Anerkannte Kriegsdienstverweigerer müssen keinen Zivildienst leisten, wenn sie sich für ein FSJ verpflichten.
Das FSJ entstand in den 1950er Jahren aus Initiativen der Evangelischen und Katholischen Kirche. Im Jahr 1954 rief der Leiter der Diakonissenanstalt Neuendettelsau junge Frauen dazu auf, freiwillig ein diakonisches Jahr in der Kranken- und Altenpflege zu machen. 1962 gründete die evangelische Kirche den “Philadelphischen Dienst”, damit Abiturientinnen vor dem Studium praktische Erfahrungen sammeln und sich orientieren konnten. Dieses Modell diente später als Grundlage für das Freiwillige Soziale Jahr, das ein Jahr danach bundesweit eingeführt wurde.
FSJ-Stellen werden online angeboten unter:
https://www.fsj-baden-wuerttemberg.de/einsatzstelle-finden
Weitere Informationen rund um das Freiwillige Soziale Jahr gibt es hier:
https://www.fsj-baden-wuerttemberg.de/

tun26030602

www.tuenews.de