29. April 2026

Stolpersteine in Tübingen

Führung einer 6. Klasse und interessierte Nachfragen

Vor der Stiftskirche gegenüber der alten Polizei in der Münzgasse 13 hören einige Jugendguides die herannahende 6. Klasse, mit der sie sich treffen, bevor sie um die Ecke kommt. Nach einer kurzen Begrüßung und ersten Fragen gibt es eine kleine Einführung zur alten Polizei, die während der Jahre 1933/34 eine Außenstelle der Gestapo war. Die Gruppe geht weiter zu den Stolpersteinen der Familie Hirsch in der Kronenstraße 6. Dort stellen die Jugendguides die Stolpersteine und Arthur Hirschs Lebensgeschichte vor. Arthur Hirsch ist 1886 in Tübingen geboren und wurde während der Reichspogromnacht in Stuttgart verhaftet und in das KZ Dachau deportiert. Die SchülerInnen fragen nach seinem Leben aber auch spezifisch nach seinem Tod im KZ Dachau. Es werden schriftlichen Quellen wie eine Kopie der Schreibstubenkarte aus Dachau herumgereicht, um die Informationen mit Belegen zu unterlegen und anschaulicher zu machen. Die SchülerInnen stellen Fragen wie „Was sind Gasduschen“ oder „Wieso hassten die Nationalsozialisten die Juden so sehr?“. Vor einem Textilgeschäft an der Ecke Holzmarkt/Neue Straße, beugt sich die Gruppe 6. Klässler über die Stolpersteine der Familien Schäfer und Oppenheim. Die Familien besaßen einen der Vorgängerläden des heutigen Textilgeschäftes, bevor es ihnen durch das NS-Regime nicht mehr möglich war.  
Die SchülerInnen beantworten die Fragen der Jugendguides mit Vorwissen und Interesse. Zum Ende des Stadtganges gibt es eine Fragerunde, in der die Kinder nochmals Fragen wie „Gibt es sowas heute auch noch?“ stellen und sich dann verabschieden.

Von Vanessa Ziegelin.