16. Januar 2026

Hilfe für Verletzte im Iran aus der Ferne

IranerInnen mit Schusswunden oder Knochenbrüchen gehen nicht in staatliche Krankenhäuser. Sie müssen befürchten, dort verhaftet zu werden. Das Regime verdächtigt sie pauschal, an Protesten teilgenommen zu haben. Deshalb hilft die überparteiliche Organisation ParsiMed von Deutschland aus. Sie bietet über Videotelefonate ärztliche Beratung an.
Menschen mit iranischem Hintergrund aus Heilberufen haben vor drei Jahren in Deutschland ParsiMed gegründet. Die humanitäre und medizinische Initiative „ist aus dem Geist der revolutionären Bewegung ,Frau, Leben, Freiheit’ entstanden“. Das schreibt ParsiMed auf seiner Homepage.

Helfende Ärzte im Iran gefährden ihre Existenz

ParsiMed-Mitglieder beraten per Videocall vertrauenswürdige ÄrztInnen oder Familienangehörige von Verletzten im Iran – nach der vom Regime verhängten Internet-Sperre auch über Satellitenverbindungen. Aus der Ferne sagen sie ihnen, was sie bei Verwundungen tun können. Dazu zählen vor allem Schusswunden, zum Beispiel mit Schrotladungen, Brüche und Prellungen durch Schlagstöcke und die Folgen von Tränengas-Attacken. Das Netzwerk ParsiMed muss sehr vorsichtig sein. Denn MedizinerInnen im Iran gefährden ihre Existenz, wenn sie Protestierenden helfen.

Zu ParsiMed und seinen Zielen siehe:
https://parsimed.org
Die HNO-Ärztin Shabnam Fahimi-Weber aus Essen ist eine der GründerInnen von ParsiMed. Unter anderem die Tagesschau hat über sie und die Arbeit der Organisation berichtet. Siehe:
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-proteste-deutschland-aerzte-100.html

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