19. Januar 2026

In Engpassberufen ist Deutschland auf MigrantInnen angewiesen

Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind in vielen Engpassberufen (Mangelberufen) sehr häufig vertreten. Sie haben in diesen Berufen einen deutlich höheren Anteil als in der gesamten Wirtschaft: Insgesamt hatten 2024 gut ein Viertel (26 %) aller abhängig Beschäftigten in Deutschland eine Einwanderungsgeschichte. Das meldete das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer Pressemitteilung.

Besonders hohe Anteile in Produktion, Gastronomie und Verkehr

Am höchsten war der Anteil 2024 in der Schweiß- und Verbindungstechnik (60 %). In der Lebensmittelherstellung sowie bei Köchinnen und Köchen lag er jeweils bei 54 %. Weitere hohe Werte nennt Destatis im Gerüstbau (48 %), bei Fahrerinnen und Fahrern von Bussen und Straßenbahnen (47 %), in der Fleischverarbeitung (46 %) sowie bei Servicekräften in der Gastronomie (45 %).
Deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt lagen die Anteile zudem in der Kunststoff- und Kautschukherstellung (44 %), im Hotelservice (40 %), bei Berufskraftfahrerinnen und -fahrern im Güterverkehr (39 %), in der Metallbearbeitung (37 %), in der Altenpflege (33 %), bei Speditions- und Logistikkaufleuten (32 %) sowie im Metallbau und in der Elektrotechnik (je 30 %). Die niedrigsten Anteile innerhalb der Engpassberufe wurden im Rettungsdienst (8 %), in der Justizverwaltung (9 %) und in der Landwirtschaft (15 %) gemessen.

Welche Branchen besonders abhängig sind

Nicht nur einzelne Berufe, auch ganze Branchen sind laut Destatis stark auf eingewanderte Arbeitskräfte angewiesen: In der Gastronomie hatten 2024 mehr als die Hälfte (54 %) aller abhängig Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte, in der Gebäudebetreuung waren es 50 %. Überdurchschnittliche Anteile gab es außerdem in der Beherbergung (43 %), bei Wach- und Sicherheitsdiensten, in privaten Haushalten mit Hauspersonal sowie in Lagerei und sonstigen Verkehrsdienstleistungen (je 42 %) und bei Post-, Kurier- und Expressdiensten (je 41 %). 

Definition und Datenbasis

Als Personen mit Einwanderungsgeschichte gelten im Mikrozensus Menschen, die selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Destatis stützt die Angaben auf den Mikrozensus 2024. Als Engpassberufe gelten Berufe, in denen laut Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) ein Fachkräfteengpass besteht oder droht. Der Begriff Mikrozensus bedeutet „kleine Bevölkerungszählung“. Der Mikrozensus ist die größte jährliche Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik. Rund 1 % der Bevölkerung wird jährlich stellvertretend für die gesamte Bevölkerung zu seinen Lebensbedingungen befragt. Dies entspricht fast 800 000 Personen in knapp 400 000 privaten Haushalten und Gemeinschafts­unterkünften.
Siehe: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/10/PD25_N057_13.html

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