Jugendguides erkunden am Sonntag, dem 6. September 2026, ab 16:30 Uhr Spuren zur NS-Vergangenheit auf dem Tübinger Stadtfriedhof. Sie zeigen unter anderem das Grab von Lilli Zapf, der wichtigsten Forscherin zu Menschen jüdischer Herkunft in Tübingen. Sie wundern sich vor dem Grab von Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger über eine Ohrfeige. Die verpasste ihm Beate Klarsfeld 1966 wegen der NS-Vergangenheit. Am Gräberfeld X zeigen sie den Namen Theodor Kalymon auf Listen von Zwangsarbeitern in Kusterdingen. Er wurde Opfer der NS-Justiz, an seiner Leiche übten Medizinstudenten in der Anatomie. Die Jugendguides zeigen auch die neue Ausstellung des Stadtmuseums Tübingen im Friedhofswärterhaus.
Treffpunkt für den Stadtgang ist am 6. September 2026 um 16:30 Uhr am Eingang zum Stadtfriedhof vom Kupferbau her an der Gmelinstraße. Der Stadtgang ist kostenfrei, um formlose Anmeldung an info@jugendguide.de wird gebeten.
KulturGUT e.V. und Landkreis Tübingen qualifizieren seit 2012 15- bis 26-jährige zu Jugendguides. Diese zeigen dann mit Hilfe historischer Quellen öffentlich, was ihnen heute an NS-Verbrechen wichtig ist.
Von Vanessa Ziegelin

