Ostern in der Ukraine hat eigene Traditionen. Dieses Fest zählt zu den wichtigsten Ereignissen im religiösen Kalender. Da die orthodoxe Kirche den julianischen Kalender nutzt, weicht das Datum des Festes oft vom westlichen Osterfest ab. Das richtet sich nach dem gregorianischen Kalender. 2026 beispielsweise feiert die orthodoxe Kirche Ostern eine Woche später, am 12. April.
40 Tage strenges Fasten
Die Vorbereitung auf das Fest umfasst eine etwa 40-tägige Fastenzeit, wobei die letzten sieben Tage vor Ostern als besonders streng gelten. Dieses Fasten dient der geistigen Reinigung und erinnert an die Zeit Jesu in der Wüste. Dabei wird auf tierische Lebensmittel verzichtet.
Die letzte Woche vor Ostern hat eine spezifische Bedeutung. Alles beginnt mit dem Palmsonntag (Weidensonntag): Eine Woche vor dem Fest feiern die Menschen den Einzug Jesu in Jerusalem. Da es in der Ukraine keine Palmen gibt, weihen die Gläubigen Weidenzweige in der Kirche. Diese Zweige gelten als Symbol für Schutz und Segen. Am Gründonnerstag (Sauberer Donnerstag) reinigen die Familien traditionell ihre Häuser und Wohnungen. Zudem beginnen die Vorbereitungen für das Festessen. Am Karfreitag gedenken die Gläubigen der Kreuzigung Christi. Dieser Tag steht im Zeichen tiefer Trauer und der Besinnung auf sein Opfer für die Menschheit. Die Vorbereitungen enden mit dem Packen des Osterkorbs am Ostersamstag. In der Nacht zum Sonntag finden in den Kirchen feierliche Gottesdienste (Mahnwachen) statt, die bis zum Morgengrauen dauern.
Die Symbole: Paska, Pysanky und Krashanky
Das traditionelle Gebäck Paska ist das Hauptgericht auf dem Tisch zum Osterfest. Die Menschen backen dieses Brot aus feinstem Mehl, Eiern, Butter und Rosinen. Die runde Form symbolisiert die Sonne und den unendlichen Kreislauf des Lebens. Ein gut aufgegangenes Brot gilt als Vorbote für Glück und Wohlstand der Familie. Jede Familie in der Ukraine pflegt beim Backen eigene Rezepte und Traditionen.
Pysanky, Krashanky und andere Formen der Dekoration von Ostereiern sind Ausdruck eines tief verwurzelten kulturellen Erbes der Ukraine. Die kunstvoll verzierten Pysanky entstehen durch eine aufwendige Wachstechnik mit symbolischen Mustern wie Sternen oder Kreuzen und gelten als wertvolles Kulturgut Krashanky sind einfarbig gefärbt und für den Verzehr bestimmt. Letztere färben die Menschen traditionell mit Naturmaterialien wie Zwiebelschalen für Rot- und Brauntöne oder verschiedenen Kräutern. Das unterstreicht die enge Verbindung zur Natur und zu den handwerklichen Traditionen.
Das Osterfest: Gemeinschaft und Freude
Nach dem morgendlichen Gottesdienst weiht der Priester die Osterkörbe der Gläubigen. Ein typischer Korb enthält die Paska, bemalte Eier, Wurst, Speck, Käse Butter und Wein.
Das Osterfrühstück beginnt im Kreis der Familie. Man teilt sich traditionell zuerst ein geweihtes Ei und ein Stück Paska. Ein zentrales Element ist der Ostergruß: Man begrüßt sich mit den Worten “Christus ist auferstanden!” (Chrystos woskres!), worauf die Antwort folgt: “Wahrlich, er ist auferstanden!” (Woistynu woskres!).
In der gesamten Osterwoche besuchen sich Verwandte und Freunde gegenseitig, um Geschenke und Leckereien auszutauschen. Die Arbeit ruht in dieser Zeit, da der Fokus auf der Gemeinschaft und der Freude über die Auferstehung liegt.
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