3. Mai 2026

Asylanträge: Türkei dritthäufigstes Herkunftsland

Seit vier Jahren gehört die Türkei zu den „Top-3-Herkunftsländern“ bei Asylanträgen in Deutschland. Das meldet der Mediendienst Integration. Auch 2025 waren Türkinnen und Türken mit 14 686 Asylanträgen drittstärkste Gruppe nach Menschen aus Afghanistan (64 104) und Syrien (24 240). 2026 sind die Zahlen bisher ebenfalls hoch: Elf Prozent der Anträge stammen von Menschen aus der Türkei. Kurdinnen und Kurden stellen dabei einen Großteil der Schutzsuchenden: Im vergangenen Jahr waren es 65 Prozent, im Jahr zuvor sogar 73 Prozent. Die Schutzquote für Geflüchtete mit türkischer Staatsbürgerschaft lag mit 10 Prozent laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) aber relativ niedrig.

Vorläufiger Höhepunkt 2023

Die Halbierung der Asylbewerberzahlen im vergangenen Jahr machte sich aber auch bei der Zahl der türkischen AntragstellerInnen bemerkbar: 2024 waren es mit 31 000 Anträgen türkischer StaatsbürgerInnen mehr als doppelt so viele gewesen. Laut UNHCR ist die Türkei eines der Länder, die weltweit die meisten Flüchtlingen aufnehmen. Dass gleichzeitig Männer und Frauen von dort selbst im Ausland Schutz suchen, hat mit der dortigen innenpolitischen Lage zu tun. Nach dem gescheiterten Putschversuch 2016 wurden verschiedene politische und religiöse Gruppierungen in der Türkei verfolgt. Seit 2022 steigen die Flüchtlingszahlen stark an. Sie erreichten laut Bamf 2023 ihren Höhepunkt: Damals gab es mehr als 60 000 Asylanträge von Türkinnen und Türken, mehr als 50 000 davon betrafen KurdInnen.

Viele kommen aus familiären Gründen

Nach wie vor aber ziehen die meisten Türkinnen und Türken nach Deutschland, um hier bei ihrer Familie zu leben oder selbst eine Familie zu gründen. Laut Mikrozensus sind das 66 Prozent aller Migranten aus der Türkei. Rund 55 000 Personen aus der Türkei erhielten 2025 ein Visum für Deutschland – 45 Prozent, um zu ihrer Familie zu ziehen, 19 Prozent wollten ein Studium aufnehmen und 31 Prozent arbeiten.
Die Türkei ist Nato-Mitglied und zumindest auf dem Papier auch offizieller EU-Beitrittskandidat. Beitrittsverhandlungen mit der EU wurden 2005 aufgenommen. 2016 sprach sich das EU-Parlament aber wegen Rückschritten bei Demokratie und Rechtsstaatlichkeit dafür aus, die Verhandlungen einzufrieren. Bundesaußenminister Johann Wadephul hat dem Land Ende 2025 aber einen neuen Anlauf zum EU-Beitritt in Aussicht gestellt.

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