Tübingen. Arbeitskräfte in Pflegeheimen werden dringend gesucht. Deshalb bietet die Stadt Tübingen wieder einen Kurs für Geflüchtete zur Alltagsbegleitung an.
Organisiert wird die zehnmonatige Ausbildung für den Einsatz in Pflegeheimen, Pflegewohngemeinschaften, aber auch im privaten häuslichen Umfeld von der Tübinger Fachabteilung „Hilfen für Geflüchtete“. „Etwas Vorerfahrung im Umgang mit pflegebedürftigen älteren Menschen ist sehr hilfreich“, meint Organisatorin Claudia Werum von der Tübinger Stadtverwaltung im Interview mit tuenews INTERNATIONAL. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein 40-stündiges Orientierungspraktikum oder eine ähnliche Qualifikation in einer Pflegeeinrichtung vor Beginn des Kurses. Der startet Mitte September 2026.
Außerdem brauchen InteressentInnen mindestens einen Hauptabschluss und Deutschkenntnisse auf B1 Niveau. Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein.
Was tun AlltagsbegleiterInnen?
AlltagsbetreuerInnen kümmern sich in Pflegeeinrichtungen oder -wohngemeinschaften um die Beschäftigung der alten Menschen. Sie begleiten und unterstützen sie im Alltag, unterhalten sich mit ihnen, singen, basteln, lesen vor oder gehen spazieren, um die Mobilität aufrecht zu erhalten, nennt Werum Beispiele. Beim Einsatz im privaten häuslichen Umfeld übernehmen sie auch die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie Putzen, Kochen und Einkaufen. Klassische Pflege gehört nicht dazu.
Welche Grundlagen werden vermittelt?
Die Teilnehmenden lernen die Grundlagen für den Umgang mit pflegebedürftigen alten Menschen in zehn Modulen, die aufeinander aufbauen. Neben der Vermittlung der Aufgaben geht es um medizinische Kenntnisse wie Bluthochdruck, Demenz oder Schlaganfall. Rechtliche Informationen werden auch vermittelt, wie Haftungsrecht oder Schweigepflicht. Das seien durchaus schwierige Themen, gibt Organisatorin Werum zu. Aber die ReferentInnen bemühen sich um ein leicht verständliches Deutsch und gehen langsam vor.
Angeboten werden die Kurse vom Verband Katholisches Landvolk. Sie finden einmal wöchentlich abends von 18 bis 21:15 Uhr in der Derendinger Straße 50 in Tübingen statt. Hinzukommen ein ganzer Samstag im Monat und ein Begleitpraktikum in einer Pflegeeinrichtung von mindestens 80 Stunden während des Kurses.

Was kostet der Kurs zur Alltagsbegleitung?
Teilnehmende bezahlen 250 Euro für den Kurs. Der Betrag kann nach Absprache auch in Raten gezahlt werden. Wenn die InteressentInnen von einer Pflegeeinrichtung kommen, muss diese die Kosten von 900 Euro übernehmen. Die Einrichtungen haben eine großes Interesse an der Fortbildung, erklärt Stefanie Bock, Leiterin der Tübinger Fachabteilung Hilfen für Geflüchtete. Sie können qualifizierte Kräfte dann besser bezahlen und mehr bei den Pflegekassen abrechnen.
Allerdings reichen die Beiträge und Zuschüsse der Stadt nicht für die Finanzierung aus. Deswegen sei man weiter auf Sponsoren angewiesen, um die Kurse anbieten zu können, sagt Bock. Eine Herausforderung, die sich lohne. Sie habe immer noch Kontakt zu einigen früheren Teilnehmenden. Keiner habe den Kurs abgebrochen, sondern sei nach dem Praktikum angestellt oder in seiner Einrichtung als AlltagsbegleiterIn weiterbeschäftigt worden.
Bewerbungen ab sofort möglich
„Der Kurs ist ein guter Einstieg ins Berufsleben“, ergänzt Organisatorin Claudia Werum. An sie kann man sich bei Fragen wenden und soll man auch die persönliche Anmeldung schicken: claudia.werum@tuebingen.de, 07071/2041243
Bewerben kann man sich ab sofort. Mindestens 12 Teilnehmende müssen es sein, damit der Kurs ab September stattfindet. Er ist auf maximal 20 Personen begrenzt.
Weitere Informationen:
https://www.tuebingen.de/fluechtlinge/38888.html#/41922
https://www.pflegehilfe-senioren.de/pflegeratgeber/leben-im-alter/alltagshilfe-senioren/
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