27. April 2026

Die Akte Rosenburg: Justiz, NS und Aufarbeitung

Im Jahr 1957 waren 75 Prozent der Leitungspersonen im Bundesjustizministerium ehemalige Mitglieder der NSDAP. Ein Drittel hatte der Sturmabteilung, kurz SA, angehört.

Zu dem Ergebnis kam die Akte Rosenburg. Die Akte Rosenburg ist ein Forschungsprojekt, welches das Bundesjustizministerium 2012 in Auftrag gab, um über die eigene Nationalsozialistische Vergangenheit zu erfahren. 2016 wurde „Die Akte Rosenburg“ als Buch von C. Safferling und M. Görtemaker veröffentlicht.

Einer der untersuchten Angestellten ist Dr. Ernst Geßler, welcher 1950 zum Ministerialrat befördert werden sollte. Staatssekretär Dr. Walter Strauss (CDU), selbst politisch Verfolgter in der NS-Zeit, schrieb darüber in einem persönlichen Brief an Hans Ritter von Lex (CSU): „Geßler [hat] niemals eine aktiv nationalsozialistische Gesinnung bekundet, sondern nur formal der Partei angehört.“ Heute ist bekannt, dass Dr. Ernst Geßler im Nationalsozialismus als SA-Scharführer tätig war.

Das Buch „Die Akte Rosenburg“ ist heute in Buchhandlungen erhältlich. Das Bundesministerium bietet Umfangreiche Ausschnitte und Erkenntnisse aus der Studie auch Online an. [1]

[1] Görtemaker, M. & Safferling, C.: Die Akte Rosenburg. 2016.

Von Simeon von Lorentz.