Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen für ihre Versicherten alle notwendigen Behandlungen. Anders verhält es sich bei Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL): Diese müssen selbst bezahlt werden. Es sind medizinische Untersuchungen oder Behandlungen, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehören. Darunter fallen zum Beispiel bestimmte Ultraschalluntersuchungen beim Gynäkologen, Augeninnendruckmessungen oder PSA-Tests bei Männern. Viele Patienten sind verunsichert, ob sie diese Leistungen wirklich brauchen. Laut Verbraucherzentrale handelt es sich bei der Mehrzahl an IGeL-Angeboten um neuartige Behandlungsmethoden, deren medizinischer Nutzen und Schaden noch nicht geklärt ist.
Der „Medizinische Dienst Bund“ bewertet jedes Jahr, ob die angebotenen Leistungen sinnvoll sind. Nach Angaben des IGeL-Reports 2024 geben gesetzlich Versicherte jährlich rund 2,4 Milliarden Euro für Selbstzahlerleistungen aus. Der IGeL-Monitor bewertet derzeit 68 häufig angebotene Leistungen. Nur wenige werden als „tendenziell positiv“ eingestuft, während viele als „unklar“, „tendenziell negativ“ oder „negativ“ bewertet werden.
Patientenorganisationen und Verbraucherschützer kritisieren, dass viele Versicherte von den Ärzten nicht ausreichend über Nutzen, Risiken und Kosten informiert werden. Sie fordern mehr Transparenz sowie strengere Regeln für die Aufklärung. Die Bundesregierung erkennt laut der Krankenkasse AOK zwar Informationsdefizite an, sieht derzeit jedoch keinen gesetzlichen Änderungsbedarf und verweist auf bestehende Informationspflichten.
Der IGeL-Monitor beispielsweise rät, Angebote nicht vorschnell anzunehmen und sich möglichst schon im Vorfeld zu informieren. ExpertInnen beispielsweise von der Verbraucherzentrale raten, sich ausreichend Bedenkzeit nehmen, einen schriftlichen Kostenplan zu verlangen und sich bei unabhängigen Informationsquellen wie dem IGeL-Monitor, dem Nationale Gesundheitsportal gesund.bund.de oder der Verbraucherzentrale zu informieren, bevor sie sich für eine Selbstzahlerleistung entscheiden.
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