Stadtgang der Jugendguides Tübingen zu NS-Spuren auf dem Stadtfriedhof Tübingen am Donnerstag, 7. Mai 2026.
Auf dem Stadtfriedhof Tübingen sind mehrere historisch relevante Persönlichkeiten bestattet. Unter ihnen Lilli Zapf, die Namensgeberin des jährlich durch den Verein KulturGUT e. V. verliehenen Preises. Außerdem ruht dort mit Kurt-Georg Kiesinger ein ehemaliger Bundeskanzler, dessen eigene NS-Vergangenheit ebenfalls schon Gegenstand von Debatten war. Auch der in Kusterdingen hingerichtete ukrainische Zwangsarbeiter Theodor Kalymon liegt auf dem Friedhof. Der Ort und seine Gräber sind somit von großer Bedeutung für die lokale Erinnerungskultur. Ein Beispiel hierfür ist das Gräberfeld X, auf dem Tübinger Deportierte lange nicht namentlich genannt werden konnten, das nun aber mit den Namen der 86 Opfer namentlich gekennzeichnet ist.
Derzeit gibt es eine neue Ausstellung des Stadtmuseums im Haus des ehemaligen Friedhofswärters. Am Donnerstag, dem 7. Mai führen Jugendguides mit Unterstützung des Kreisarchivs Tübingen über den Friedhof und erkunden dabei Biografien, Gräber und die Ausstellung. Treffpunkt ist am Eingang des Friedhofswärterhauses um 16:30 Uhr. Um eine kurze Anmeldung per Mail an jugendguide@kreis-tuebingen.de wird gebeten.
KulturGUT e.V. und das Kreisarchiv qualifizieren seit 2012 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 26 Jahren zu Jugendguides. Nach der Qualifizierung können sie anhand von Originalquellen öffentlich vermitteln, was für sie selbst an NS-Verbrechen relevant ist. Am 16. Mai startet die diesjährige Qualifizierung mit einer dreitägigen Exkursion ins einstige KZ Natzweiler-Struthof im Elsass. Interessierte können sich noch bis zum 8. Mai unter jugendguide@kreis-tuebingen.de mit einem halbseitigen Motivationsschreiben bewerben. Der Landkreis Tübingen ermöglicht, dass die komplette 40stündige Qualifizierung samt Exkursion und Workshops kostenfrei sind.
Weitere Informationen zur Führung auf dem Stadtfriedhof finden Sie unter
https://www.kreis-tuebingen.de/jugendguides+stadtfriedhof

