12. August 2026

Jugendguides-Redaktion

Die Jugendguides-Redaktion erinnert digital an NS-Verbrechen vor Ort. Die SchülerInnen Polli Schulreich und Simeon von Lorentz sowie die Studierenden Berit Karl, Vanessa Ziegelin, Niklas Köhler, Jonathan Fleck und David Firschau treffen sich einmal im Monat. In den Redaktionssitzungen wählen sie aktuelle Themen aus, im Anschluss recherchieren sie dazu und verfassen eigene Nachrichten zur lokalen Erinnerungskultur. Die Redaktionsmitglieder haben selbst an der Jugendguides-Qualifikation von KulturGUT e.V. und Landkreis Tübingen teilgenommen, manche schon 2021. Oftmals begleiten Redaktionsmitglieder auch Stadtgänge und Exkursionen mit anderen Jugendguides und berichten darüber.

Den erinnerungskulturellen Diskurs verstärken

Jugendguides bringen sich in erinnerungskulturelle Diskurse vor Ort ein, sie wollen gesellschaftlich wirksam sein. Die Jugendguides-Redaktion stützt diese Anliegen, indem sie die Aktivitäten der Jugendguides medial begleitet, abbildet und dadurch verstärkt. Die jährlich etwa 30 bis 50 Workshops, Stadtgänge und Exkursionen der Jugendguides und der Jugendguide-Qualifikation sind oft Gegenstand von Nachberichten; auch Vorankündigungen zu anstehenden Führungen finden sich auf der Website.

Glaubhaftes zur regionalen Erinnerungskultur

Gerade im Bereich der Erinnerungskultur kursieren mitunter Aussagen im Internet und in Sozialen Medien, die nicht durch Quellen belegt sind. Wenn sich der erinnerungskulturelle Diskurs von der Faktenebene löst, wird er beliebig und endet im Austausch von unbelegten Meinungen. Deshalb ist der Jugendguides-Redaktion wichtig, ihre Beiträge immer durch Quellen, Zitate, Expertise zu belegen. Archivar und Professor Wolfgang Sannwald nimmt an den Sitzungen der Jugendguides-Redaktion teil und sorgt als Herausgeber dafür, dass die Beiträge journalistischen und wissenschaftlichen Standards genügen. Es geht nicht um Meinungsjournalismus.

Was Jugendguides bewegt

Glaubhaft sind einerseits Beiträge zu historischen Themen, insbesondere zu ausgewählten Dokumenten in den Archiven. Glaubhaft sind aber auch die Erfahrungen etwa der Jugendguides selbst. Mit ihnen und anderen erinnerungskulturell Engagierten führen die Redaktionsmitglieder Interviews, drehen Videos, schreiben Artikel dazu. Über die Wahrnehmungen der Jugendguides kommen auch sehr subjektive Sichtweisen auf die Seite. So verarbeitete etwa ein Beitrag die Aufzeichnungen jugendlicher Häftlinge im Ghetto Theresienstadt literarisch und erzählt aus der fiktiven Warte eines Gegenstands. Ein weiterer Text berichtet über die Aufarbeitung der NS-Zeit in Behörden und thematisiert dabei die „Akte Rosenburg“, eine Untersuchung der eigenen Vergangenheit durch das Justizministerium.

Der Landkreis Tübingen und der Verein KulturGUT ermöglichen und tragen diese journalistische Form der Jugendguides-Aktivitäten. Die Jugendguides-RedakteurInnen veröffentlichen ihre Beiträge unter https://tuenews.de/jugendguides/. Sie betreiben auch den Instagram-Auftritt der Jugendguides. Diesen finden Sie unter https://www.instagram.com/jugendguidestuebingen/.