Agenturen werben dafür, in Tønder oder einer anderen dänischen Stadt zu heiraten. Hochzeiten sind im Nachbarland mit weniger Bürokratie verbunden und es gibt schneller einen Termin. Dass keine Geburtsurkunde verlangt wird, macht Dänemark als Hochzeitsort auch für Menschen ohne deutschen Pass attraktiv. Denn dieses Dokument ist gerade für Geflüchtete oft sehr schwierig zu beschaffen. Aber auch Dänemark hat Formalitäten.
Mehr als 20 000 internationale Paare heiraten jährlich in Dänemark, auch gleichgeschlechtliche. Ist das Paar weder geschieden noch verwitwet, ist alles einfach: Benötigt werden Reisepass und Aufenthaltstitel sowie unter Umständen eine erweiterte Meldebescheinigung. Verlangt wird auch eine “Gutheißung” des Familieretshuuset, einer staatlichen Agentur für Familienrecht. Diese stellt eine dänische Ehefähigkeitsbescheinigung aus. Außerdem müssen beide unterschreiben, dass ihre Angaben wahr sind. Wer lügt, macht sich strafbar. Es ist kein sogenanntes Aufgebot erforderlich – anders als in Deutschland sind aber zwei Trauzeugen vorgeschrieben. Im Internet werben Agenturen damit, die Formalitäten zu übernehmen. Das kann aber teuer werden. Weil der dänische Staat keine Scheinehen akzeptiert, verlangen die Behörde oft Nachweise, dass die Heiratswilligen wirklich ein Liebespaar sind und die Beziehung nicht vorgetäuscht ist. Details finden sich auf der Seite der Deutschen Botschaft in Kopenhagen: kopenhagen.diplo.de
Ehen, die in Dänemark geschlossen wurden, sind in Deutschland ohne weitere Formalitäten gültig.
Schwieriger wird es, wenn einer der beiden Partner schon einmal verheiratet war. Dann muss eine Scheidungs- oder Sterbeurkunde vorgelegt werden. Stammt die aus einem Land außerhalb der EU oder USA, Kanada und Australien, ist oft eine rechtliche Beglaubigung nötig. (siehe tun24060502)
Die höchste Hürde ist für manche Geflüchtete indessen die dänische Grenze. Asylbewerber, die in Deutschland leben, dürfen das Land nämlich nicht verlassen. Deshalb können sie im Normalfall auch nicht nach Dänemark reisen. Im Einzelfall kann die zuständige Ausländerbehörde eine spezielle Genehmigung ausstellen. Auch Geduldete können nicht nach Dänemark fahren. Mit anderen Aufenthaltstiteln ist das aber möglich. Allerdings hat Dänemark ein strengeres Asylsystem als Deutschland und führt auch mehr Kontrollen durch.
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