29. September 2026

USA geben 36 bedeutende Kulturgüter an Syrien zurück

36 syrische Kulturgüter mit einem geschätzten Wert von mehr als fünf Millionen US-Dollar wurden von den Vereinigten Staaten an Syrien und seine jetzige Regierung zurückgegeben. Das gab die Bezirks-Staatsanwaltschaft von Manhattan in New York am 23. September 2026 in einer Pressemitteilung bekannt. Die Rückgabe erfolgte im Rahmen der Bemühungen zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Kulturgütern und zur Rückführung geraubter und illegal ausgeführter Artefakte.
Zu den zurückgegebenen Objekten gehören Artefakte aus verschiedenen historischen Epochen, darunter Mosaike, Steinskulpturen und weitere archäologische Fundstücke aus dem Nordwesten Syriens. Die Objekte wurden in Privatsammlungen und Kunstinstitutionen in den Vereinigten Staaten ermittelt und beschlagnahmt.

Bekämpfung des illegalen Handels

Die Rückgabe beruht auf den Ermittlungen der Abteilung zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Kulturgütern bei der Bezirks-Staatsanwaltschaft von Manhattan. Die Ermittlungen richteten sich gegen internationale Netzwerke des illegalen Handels und des Schmuggels von Kulturgütern. Betroffen sind Bestände von weltweit bekannten Antiquitätenhändlern, privaten Sammlern, aber auch des Metropolitan Museum of Art in New York.

Schutz des syrischen Kulturerbes

Ein Vertreter der syrischen Botschaft in Washington betonte, dass die Rückführung der Kulturgüter einen wichtigen Schritt zum Schutz des syrischen Kulturerbes und zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Syrien und den Vereinigten Staaten darstelle.
Die Rückgabe der Kulturgüter bedeutet die Wiedergewinnung eines Teils des historischen und kulturellen Erbes Syriens. Sie unterstreicht zugleich die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des illegalen Handels mit Antiquitäten und beim Schutz des Kulturerbes – insbesondere vor dem Hintergrund der Plünderungen und Zerstörungen, denen zahlreiche syrische archäologische Stätten während der Kriegsjahre ausgesetzt waren.
Die Rückführung ist auch ein Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Staaten, Strafverfolgungsbehörden, Museen und privaten Sammlungen beim Umgang mit illegal ausgeführten Kulturgütern. Darüber hinaus kann die Rückführung als Teil der laufenden internationalen Bemühungen angesehen werden, das syrische Kulturerbe zu schützen, die Herkunft von Kulturgütern zu klären und rechtmäßig begründete Rückgaben an das Herkunftsland zu ermöglichen.

Schätze aus Palmyra und der Hethiter

Das palmyrenische Grab im Nationalmuseum von Damaskus. In dieses Museum wird auch die 450 kg schwere palmyrenische Kalksteinskulptur nach ihrer Reise aus den USA kommen. Foto: Youssef Kanjou.

Zu den wichtigsten rückgeführten Objekten, die nun ins Nationalmuseum in Damaskus kommen, zählt eine monumentale Kalksteinskulptur aus dem späten 2. Jahrhundert n. Chr. Sie stellt einen liegenden Mann dar, der von einer Frau und drei Kindern umgeben ist. Die Skulptur schmückte einst die Wand einer Grabkammer in einer der palmyrenischen Nekropolen. Sie wurde aus Palmyra entfernt und über Dubai geschmuggelt, bevor Teile der antiken Stadt zwischen 2015 und 2017 durch den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) zerstört wurden.
Das Mosaik von Telete und Eros stammt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. und zeigt eine mythologische Szene: die Hochzeit von Telete und Eros in Anwesenheit von Aphrodite und den drei Göttinnen der Schönheit. Im Jahr 2021 wurde es von US-Behörden als Teil einer Sammlung gestohlener syrischer und libanesischer Mosaike beschlagnahmt.
Drei hethitische Frauenfiguren wurden im 2. Jahrtausend v. Chr. im Nordwesten Syriens hergestellt. Die Figuren tauchten Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre auf dem internationalen Kunstmarkt auf und gelangten in die Sammlung eines US-amerikanischen Antiquitätensammlers.

Weitere Rückführungen aus Frankreich und der Schweiz

Bereits im Juli dieses Jahres gab Frankreich im Rahmen einer offiziellen Zeremonie, an der der syrische und der französische Präsident teilnahmen, archäologische Kulturgüter an Syrien zurück. Die Objekte waren zuvor in einer Ausstellung im Institut du Monde Arabe in Paris zu sehen.
Auch die Schweiz gab im Jahr 2021 drei seltene Kulturgüter an die syrischen Behörden zurück. Die Objekte waren vor 2009 aus der antiken Stadt Palmyra entwendet worden und befanden sich anschließend jahrelang in Lagerhallen des Freihafens von Genf.
In Deutschland wurden ebenfalls syrische Kulturgüter sichergestellt. Dazu gehören unter anderem Keilschrifttafeln aus Ebla. Eine dieser Tafeln konnte nachweislich mit dem Raub aus dem Museum von Idlib im Jahr 2015 in Verbindung gebracht werden. Sie wurde 2024 vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg und der Staatsanwaltschaft Heilbronn im Landkreis Heilbronn sichergestellt. Eine Rückführung dieser in Deutschland sichergestellten Kulturgüter nach Syrien ist bislang noch nicht erfolgt.

Weitere Informationen:
https://manhattanda.org/d-a-bragg-announces-return-of-36-antiquities-to-the-people-of-syria/?utm
Syria recovers 36 stolen antiquities in New York
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110980/5718893

tun26092901

www.tuenews.de