12. Juli 2026

Berichte über Diskriminierung in Deutschland auf Höchststand

Im Jahr 2025 sind bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes 13.067 Beratungsanfragen wegen Diskriminierung eingegangen, wie sie in ihrem neuen Jahresbericht mitteilt. Das waren 15 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie seit Beginn der Erfassung.

Am häufigsten ging es um rassistische Diskriminierung

Nach Angaben der Antidiskriminierungsstelle des Bundes betraf der größte Teil der Anfragen rassistische Diskriminierung oder Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft. Dazu gingen 4.571 Anfragen ein. Das entspricht 43 Prozent aller Fälle.
Betroffene berichteten unter anderem von Beleidigungen, Herabwürdigungen und Benachteiligungen am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche, im Gesundheitswesen und im Kontakt mit staatlichen Stellen. Für MigrantInnen in Deutschland ist das besonders relevant: Diskriminierung zeigt sich nicht nur offen, sondern auch in alltäglichen Situationen — etwa wenn Menschen wegen ihres Namens, ihres Akzents, ihres Aussehens, ihrer Herkunft oder eines ausländischen Passes schlechter behandelt werden.

Weitere Gründe für Beratungsanfragen

Der zweithäufigste Grund war Diskriminierung aufgrund einer Behinderung oder chronischen Krankheit. Dazu wurden 2025 insgesamt 3.015 Anfragen registriert, also 27 Prozent. Weitere 2.407 Anfragen, rund 22 Prozent, betrafen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der geschlechtlichen Identität.
Außerdem wandten sich Menschen wegen Diskriminierung aufgrund des Alters, der Religion oder Weltanschauung, der sexuellen Identität und weiterer Merkmale an die Beratungsstelle. Dabei kann eine Person auch von mehreren Formen der Diskriminierung gleichzeitig betroffen sein — etwa wegen Herkunft, Geschlecht und Sprache.

Was der neue Höchststand bedeutet

Der Anstieg der Beratungsanfragen bedeutet nicht automatisch, dass Diskriminierung genau um 15 Prozent zugenommen hat. Er kann auch zeigen, dass mehr Menschen ihre Rechte kennen und häufiger Beratung suchen.
Gleichzeitig machen die Zahlen deutlich, dass Diskriminierung in Deutschland weiterhin ein ernstes Problem ist. Besonders wichtig sind für MigrantInnen die Bereiche Arbeit, Wohnungssuche, Gesundheit und der Kontakt mit Behörden. Benachteiligung kann dort direkte Folgen für den Alltag haben — etwa bei Jobchancen, der Suche nach einer Wohnung oder beim Zugang zu medizinischer Versorgung und Unterstützung.

Wo Betroffene Hilfe bekommen können

Menschen, die Diskriminierung erleben, können sich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wenden. Die Stelle berät unter anderem in Fällen, in denen Personen wegen ihrer Herkunft, rassistischer Zuschreibungen, des Geschlechts, der Religion, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität benachteiligt werden. Die Antidiskriminierungsstelle kann erklären, welche Rechte in einem konkreten Fall bestehen und welche nächsten Schritte möglich sind.

Weitere Informationen:
https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/aktuelles/DE/2026/20260602_Jahresbericht_2025.html
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