Ein Gericht in Damaskus verhängte gegen den ehemaligen syrischen Machthaber Baschar al-Assad in Abwesenheit die Todesstrafe. Auch Assads Bruder Mahir und sein Cousin Atef Nadschib wurden zum Tod verurteilt. Der Prozess gegen sie und weitere Angeklagte hatte im April begonnen.
Von Folter bis zu vorsätzlichem Mord
Nach dem Urteil brach nicht nur vor dem Justizpalast in Damaskus Jubel aus. Die Entscheidung war live im Staatsfernsehen verlesen worden. Das Gericht warf dem im Dezember 2024 gestürzten Präsidenten Baschar al-Assad vorsätzlichen Mord, Folter, willkürliche Inhaftierung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Ende 2024 war er mit seiner Familie nach Russland geflohen.
Schwere Vorwürfe auch gegen Mahir al-Assad
Auch Assads jüngerer Bruder Mahir soll in Russland sein. Das Gericht warf ihm und weiteren Angeklagten vorsätzlichen und geplanten Mord sowie Folter mit Todesfolge vor. Mahir al-Assad soll als brutaler „Schlächter“ berüchtigt gewesen sein, wie internationale Medien berichten.
Todesstrafe für Sicherheitschef von Daraa
Dritter ranghoher zum Tode verurteilter Angeklagter ist der Assad-Cousin Atef Nadschib. Er war Brigadegeneral der Armee und Sicherheitschef in Daraa. In dieser Provinz hatten 2011 die Proteste gegen das Assad-Regime begonnen. Das Gericht beschuldigte Nadschib, unter anderem verantwortlich für Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu sein. Er war im Januar 2025 im syrischen Latakia verhaftet worden und ist noch im Land.
In 13 Jahren mehr als eine halbe Million getötet
Zwischen 2011 und 2024 sollen in Syrien im sogenannten Bürgerkrieg mehr als eine halbe Million Menschen getötet worden sein. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit berichtete 2021 sogar von rund 600.000 Getöteten.
Stellvertretend für viele Berichte:
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/gericht-verurteilt-frueheren-syrischen-machthaber-assad-zum-tode,VRyfnem
und Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit 2021: https://www.bmz.de/de/laender/zehn-jahre-syrienkonflikt
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