Schwimmen und Plantschen ist in den Freibädern am sichersten. Dort achten Bademeister darauf, dass niemand untergeht. Außerdem wird die Wasserqualität ständig überwacht. Dennoch gehen viele Menschen lieber in Baggerseen schwimmen oder spielen mit ihren Kindern in den Bächen oder Flüssen. Das macht Spaß, kann aber auch gefährlich werden.
Badeseen: In den Baggerseen in Kirchentellinsfurt und Hirschau lässt sich gut schwimmen. An beiden Seen gibt es aber keine Badeaufsicht. Das Wasser wird einmal im Monat vom Gesundheitsamt auf Krankheitserreger hin überwacht, bei Bedarf sogar häufiger. Im Mittelpunkt stehen dabei Kolibakterien, wie sie sich im menschlichen Darm finden. Die Ergebnisse finden sich – wie für alle anderen Seen im Land – in der Badegewässerkarte Baden-Württemberg:
https://badegewaesserkarte.landbw.de/
Unsichere Schwimmer müssen bei Seen ganz besonders vorsichtig sein, denn es gibt keine speziellen Nichtschwimmerbereiche. Manchmal geht es kurz nach dem Ufer direkt ins tiefe Wasser. Deshalb dürfen Eltern ihre Kinder nicht aus den Augen lassen. Schwimmflügel und Schwimmringe bieten keine absolute Sicherheit, warnt die DLRG. Auch Luftmatratzen können gefährlich werden, wenn der Wind sie ins tiefe Wasser abtreibt.
Bilden sich auf einem See grünliche Schlieren, sollte man dort besser nicht baden: Es könnte sich um Blaualgen handeln, die Übelkeit und Erbrechen verursachen können. Meist wird dann auf Schildern von der Gemeinde auch vor dem Baden gewarnt.
Flüsse: Im Neckar zu baden ist an den meisten Stellen zwar nicht verboten – die Gesundheitsämter raten aber dringend davon ab. Das Tübinger Landratsamt weist darauf hin, dass die Wasserqualität in den Flüssen nicht kontrolliert wird. Außerdem kann es dort gefährliche Strömungen geben und nach heftigen Regen schwimmt manchmal Treibholz im Wasser. Gerade wenn die Flüsse wenig Wasser haben, ist zudem die Gefahr groß, dass es Fäkalbakterien im Wasser gibt. Denn dann ist der Anteil des Wassers, der aus Kläranlagen kommt, sehr hoch. Davon kann man krank werden. In der Nähe von Wehren zu baden ist definitiv verboten – das ist lebensgefährlich. Zuletzt klagten Schwimmer nach dem Bad im Neckar auch über juckende Pusteln: Sie hatten im Wasser Bekanntschaft mit Zerkarien gemacht, den Larven von Saugwürmern, die sich in die Haut bohren.
Auch Bäche wie die Steinlach oder die Ammer, in denen oft Menschen plantschen, werden nicht auf ihre Wasserqualität hin untersucht. Schon in früheren Jahren rieten die Gesundheitsämter deshalb davon ab, darin zu baden. Ein Teil des Wassers der Steinlach in Tübingen kommt beispielsweise aus der Dußlinger Kläranlage. Auch bei Gültstein gibt es an der Ammer eine Kläranlage. Nach starkem Regen können außerdem Verunreinigungen aus Äckern und Wiesen ins Wasser gespült werden. In jedem Fall raten Experten, sich nach dem Spielen in Bächen und Flüssen gründlich die Hände zu waschen.
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