Zu viel Bürokratie und zu wenig Unterstützung – das sind mit die häufigsten Gründe, warum Zugewanderte Deutschland wieder verlassen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlicht hat. Die meisten gehen aus familiären Gründen.
Grundlage der Studie waren zwei Befragungen von Zugewanderten im Zeitraum von Dezember 2024 bis April 2025 sowie von November 2025 bis Februar 2026. Danach hatte unter den aus Deutschland Ausgewanderten fast jede zweite Person bereits in der ersten Befragung Abwanderungspläne geäußert, weitere 18 Prozent hatten über eine Abwanderung nur nachgedacht. Insgesamt haben fast 3 Prozent der Befragten (hochgerechnet 260.000 Personen) Deutschland tatsächlich verlassen, so das Institut.
Bürokratie als Abwanderungsgrund
32 Prozent der Ausgewanderten nannten aufwändige bürokratische Prozesse als Grund für ihren Wegzug aus Deutschland. Besonders häufig bemängelten Eingewanderte nicht ausreichend beantwortete Rückfragen, Verfahrensdauern und -gebühren sowie unklare Abläufe bei bürokratischen Prozessen, so das IAB in der Mitteilung.
Die Hälfte der Ausgewanderten hätten sich mehr Unterstützung von der Bundesagentur für Arbeit beziehungsweise dem Jobcenter, von kommunalen Beratungsstellen oder vom Arbeitgeber gewünscht.
Schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt
Ausgewanderte bewerteten die Arbeitsmarktchancen ausländischer Personen als schlecht, heißt es weiter. Um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, müsse man Bleibeperspektiven gezielt stärken, so Yuliya Kosyakova vom IAB. Dazu sei es wichtig, frühzeitig zu erkennen, wer über Abwanderung nachdenkt – angesichts sinkender Zuzüge.
Weitere Informationen und Quellen:
https://iab.de/presseinfo/ein-drittel-der-abgewanderten-nennt-buerokratie-als-abwanderungsgrund/
https://doku.iab.de/kurzber/2026/kb2026-10.pdf
https://tuenews.de/nach-deutschland-kommen-weniger-gefluechtete/
https://tuenews.de/ohne-zuwanderung-zu-wenig-arbeitskrafte-in-deutschland/
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